Ideale & Normen

Die ewigen Schubladen …..

Es ist natürlich und überlebensnotwendig zu kategorisieren – mit einem einzigen Blick in Schubladen zu stecken, was uns begegnet.  Anderseits leiden wir darunter, auf das reduziert zu werden.

Die bestimmenden Schubladenfächer in unsrer Kultur sind Geschlecht, Alter, Nationalität. Es folgen Prestige, Beruf, Geld. Manches davon lässt sich einfacher beeinflussen, manches weniger.

Eine wichtige Überzeugung ist: biologische Fakten haben an sich keine Bedeutung. Jede Bedeutung ist sozial konstruiert und damit veränderbar.

Kennst du es, dass du auf Grund deines „Andersseins“, bzw. dem Abweichen von kulturellen Schubladen mehr leisten musst, um Anerkennung zu finden, sozusagen dein «Defizit» auszugleichen? Besonders massiv prägt das Geschlecht. Simone de Beauvoir hat da sehr klug analysiert, dass die herrschende Kategorie (in ihrer Zeit der Mann) bestimmt, was „anders“ ist. Die Sichtweise, dass etwas „Anderes“ gleichwertig ist gilt es jeden Tag zu leben. So tust du nicht nur etwas für Dich selbst sondern auch für die Gesellschaft.

KLISCHEES

Gerade wenn wir anfangen etwas zu verändern fühlen wir uns oft orientierungslos. Sexuelle Konventionen bieten ja auch Sicherheit wie alle Verhaltennormen. Sie sagen Dir genau, was gut ist und was nicht, was „normal“ ist und was Du wir zu tun hast. Mit dem Abschütteln dieser Konventionen müssen wir neu herausfinden, was gut für das Selbst und für Andere ist.

Oft habe ich erlebt, dass Leute sich schnell an andren Klischees und Konventionen bedienen um wieder Sicherheit zu gewinnen. Zum Beispiel indem sie sich informieren, was Dominanz oder Submission ist und welche Kleidungs- oder Verhaltensregeln da gelten…. das kann ins Auge gehen und am Ende sitzt Du nach der Befreiung in einer neuen Schublade.

Ist es nicht seltsam, dass viele Frauen auf auf der Sexdating-Plattform Joyclub sich als bi-interessiert oder «eher devot» deklarieren und viele Männer als «hetero» und «eher dominant»?

Menschen versuchen sich diejenigen Muster anzulegen, die für ihr jeweiliges Geschlecht positiv besetzt sind. Mit Folgen… es lohnt sich, den Blick auf sich selbst und andre zu hinterfragen und die Spielräume jenseits von «weiblichen» und «männlich» zu erkunden. Wie gesagt – jede Bedeutung ist eine soziale Konstruktion.